Aktuelles

Aktuelle Neuigkeiten rund um den Förderverein Heimat und Kultur Börstingen in e.V.


Der Zauber von Hebelverschlüssen
Alltagskunst und Kohlensäure im Dorfmuseum „Kulturtankstelle“

 „Alltagskunst als Schatz gehoben im Katzenbachtal bei einem Spaziergang am Wasser“, so beschrieb die Vorsitzende des Fördervereins Heimat und Kultur in Börstingen e. V., Monika Laufenberg, die Bilder von Helene Vincon, die im Rahmen des NeckarErlebnisTalTages „Rad und Kunst“ in der „Kulturtank­stelle“ in Starzach-Börstingen gezeigt wurden. Wie Kieselsteine lagen die Porzellanverschlüsse im Wasser und brachen die Sonnenstrahlen im Wasser. Das Licht warf im wahrsten Sinne des Wortes Streiflichter auf diese kunstvollen Objekte und damit auch auf eine vergangene Epoche, in der Mineralwasser noch in Flaschen mit Porzellanhebelverschlüssen verschlossen wurde.

Die Nutzung der Mineralwasser­quellen im Schwäbischen Sauerland zwischen Bad Niedernau und Bad Imnau lässt sich bis in die Römerzeit zurück verfolgen. Aufgrund ihrer wohltuenden und heilenden Eigenschaften wurden viele Mineral­wässer schon sehr früh verpackt und versendet. Von Anfang an war es jedoch problematisch, beim Versand der Wässer die „subtilen Geister“ des Wassers zu erhalten und es unverdorben zum Verbraucher zu bringen, wie Laufenberg in ihren einleitenden Worten darlegte.    

Jahrhundertelang wurden Steinzeugkrüge, die sogenannten Sauerschlegel, und zunächst auch Glasflaschen mit Korkstopfen verschlossen, die mit Wachs oder Pech und Bindfaden abgedichtet waren. Ende der 1870er Jahre gab es das erste Patent für einen Hebelverschluss, der mit einem weiteren Patent verbessert wurde und mit weißem Porzellankopf versehen, bis weit in die 1960er Jahre in Gebrauch blieb. Diese Hebelverschlüsse lagen nun im Katzenbach im Kurpark in Bad Niedernau, wahrscheinlich entsorgt, als man Anfang der 1970 Jahre zur Perlenflasche als Behältnis für kohlensäurehaltige Getränke überging. Helene Vincon hat diesen Schatz wahr genommen und durch ihre wässrig-luftig-leichten Gemälden der Alltäglichkeit enthoben. Jahre später dann hat sie die Bilder mehrfach ausgestellt und anlässlich einer dieser Ausstellungen kam ein junger Mann zu ihr und sagte sinngemäß: „Das war mein Schatz im Katzenbach, den Sie damals gehoben haben“, denn er hatte als Kind die Porzellanverschlüsse an einer Stelle im Bach gesammelt und auf eben jene Stelle war Helene Vincon damals gestoßen. So hat die Künstlerin den Zauber, den der kleine Junge beim Anblick der Porzellanverschlüsse im Wasser empfand, ins Bild gesetzt.

 

H. Vincon erläutert die künstlerische Faszination der Hebelverschlüsse, rechts im Bild M. Laufenberg

Monika Laufenberg dankte für die neue, künstlerische Sichtweise auf diese scheinbar alltäglichen Porzellanverschlüsse und ergänzte, dies sei ein weiterer Aspekt im Prisma der Kohlensäuregeschichte des Schwäbischen Sauerlands.

Die Gemälde werden noch bis 29. Oktober im Dorfmuseum „Kulturtankstelle“ zu sehen sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

H. Vincon erläutert die künstlerische Faszination der Hebelverschlüsse, rechts im Bild M. Laufenberg

 

 

 

 

 

Jahrhundertelang wurden Steinzeugkrüge, die sogenannten Sauerschlegel, und zunächst auch Glasflaschen mit Korkstopfen verschlossen, die mit Wachs oder Pech und Bindfaden abgedichtet waren. Ende der 1870er Jahre gab es das erste Patent für einen Hebelverschluss, der mit einem weiteren Patent verbessert wurde und mit weißem Porzellankopf versehen, bis weit in die 1960er Jahre in Gebrauch blieb. Diese Hebelverschlüsse lagen nun im Katzenbach im Kurpark in Bad Niedernau, wahrscheinlich entsorgt, als man Anfang der 1970 Jahre zur Perlenflasche als Behältnis für kohlensäurehaltige Getränke überging. Helene Vincon hat diesen Schatz wahr genommen und durch ihre wässrig-luftig-leichten Gemälden der Alltäglichkeit enthoben. Jahre später dann hat sie die Bilder mehrfach ausgestellt und anlässlich einer dieser Ausstellungen kam ein junger Mann zu ihr und sagte sinngemäß: „Das war mein Schatz im Katzenbach, den Sie damals gehoben haben“, denn er hatte als Kind die Porzellanverschlüsse an einer Stelle im Bach gesammelt und auf eben jene Stelle war Helene Vincon damals gestoßen. So hat die Künstlerin den Zauber, den der kleine Junge beim Anblick der Porzellanverschlüsse im Wasser empfand, ins Bild gesetzt.

 

Monika Laufenberg dankte für die neue, künstlerische Sichtweise auf diese scheinbar alltäglichen Porzellanverschlüsse und ergänzte dies sei ein weiterer Aspekt im Prisma der Kohlensäuregeschichte des Schwäbischen Sauerlands.

 

Die Gemälde werden noch bis 29. Oktober im Dorfmuseum „Kulturtankstelle“ zu sehen sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktionstag Unser Neckar - Wässerwiesen in der Börstinger Talaue

Monika Laufenberg und Richard Lohmiller vom Dorfmuseum „Kulturtankstelle“ in Starzach-Börstingen führten im Rahmen des landesweiten Aktionstags „Unser Neckar“ zu den Stellfallen in Starzach-Börstingen, einem Relikt der ehemaligen Wässerwiesen in der Börstinger Talaue. Obgleich die Glatthaferwiesen im Tal gutes Viehfutter lieferten, unterzogen sich die Bauern bis etwa in die 1930er Jahre hinein der Mühe der Wiesenwässerung, erläuterte Monika Laufenberg. Die Bewässerung erfolgte in der Regel im späten Winter, mit dem Ziel, den Boden der Wiese früher aufzutauen, daran erinnern sich noch einige Börstinger. Die Bäche, die von einer mächtigen Karstwasserquelle in der Dorfmitte gespeist werden, weisen das ganze Jahr über eine Temperatur von etwa 11 °C auf und sind somit wärmer als der gefrorene Boden. Die Wässerung im späten Winter führte dazu, dass in manchen Jahren auf den Talwiesen eine dritte Mahd möglich wurde, denn der erste Schnitt konnte früher eingebracht werden.

Die Bewässerung mit den Stellfallen funktionierte wie folgt: Auf beiden Seiten des Bachbettes sind zwei Sandsteinquader fest in den Boden eingelassen. Sie weisen zwei Nuten bzw. Einbuchtungen auf, in die die Stellbretter zum Stauen eingefügt wurden. Es waren es mehrere Bretter, die übereinander eingeschoben wurden und wenn diese nicht ausreichend dichteten, wurden die Ritzen mit Asche abgedichtet, wie Xavier Pekari ergänzte. Wahrscheinlich war die Sohle des Baches im Bereich der Stellfalle befestigt um ein ebenes Aufliegen des unteren Brettes zu erreichen. Der Abstand der Sandsteinquader zueinander beträgt etwas über 80 cm. Um das Wasser auf die Wiesen zu leiten, wurden kurzzeitig schmale Gräben ausgehoben, die obere Bodendecke mit der Grasnarbe wurde anschließend wieder aufgelegt. Im Gelände lassen sich noch vereinzelt Tiefenlinien, die rechtwinklig zum Bach laufen, erahnen.

Es finden sich heute noch vielfach entsprechend be­arbeitete Sandsteinquader am Bach. Das lässt darauf schließen, dass es viele Stellfallen gab, was eine Regelung der Be­wässerung notwendig machte. R. Lohmiller berichtete, dass der Feldschütz regelte und überwachte, wer wann seine Wiesen fluten durfte. Wahrscheinlich erfolgte die Wässerung der Baum­wiesen nur stundenweise in den einzelnen Abschnit­ten, denn eine länger andauernde Be­wässerung ist für die Obstbäume nicht zuträglich.

 Funktionsweise der Stellfalle (v. l.: X. Pekari, R. Lohmiller und M. Laufenberg)

Im Anschluss an die Stellfallenvorführung gab es im preisgekrönten Dorfmuseum Kulturtankstelle in Starzach-Börstingen Maultaschen und Kartoffelsalat, ebenso Kaffee und Kuchen.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

Einladung

"Gutenachtgeschichte unterwegs"

Der rote Lesesessel des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTS wird

am Donnerstag, den 31. August 2017
um 19:00 Uhr
in Starzach-Börstingen

bei schönem Wetter vor dem Rathaus,
ansonsten im Rathaus stehen.

Musik: Musikverein Börstingen

Gereicht werden, wie jedes Mal, Mostbowle und Schmalzbrote.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Das Dorfmuseum Kulturtankstelle

 

 

 

 

Das Dorfmuseum hat wieder
mit Kaffee und Kuchen geöffnet!

 S A I S O N B E G I N N

 mit Ausstellungseröffnung

 

Flößerei auf dem Neckar

 

am Ostermontag, 17. April 2017, um 14:00 Uhr

 

im Dorfmuseum Kulturtankstelle, Starzach-Börstingen,

Horber Straße 2.

Hierzu laden wir Sie herzlich ein!

Ein Floß passiert die geöffnete Stellfalle 
Foto: Karl Blumenthal (1866-1944),
Hauptstaatsarchiv Stuttgart J 312 Nr. 59 027

Urkundlich bezeugt seit 1342, war die Flößerei auf dem Neckar über Jahrhunderte hinweg ein bedeutender Wirtschaftszweig. Insbesondere der Transport von Bauholz, vorwiegend Tanne und Fichte, vom Schwarzwald bis nach Holland war ein einträgliches, wenn auch mühseliges und nicht ungefährliches Geschäft.

 

Im 17. und 18. Jahrhundert besaßen die sogenannten „Holländerflöße“ auf dem Rhein die Dimension schwimmender Dörfer. Die kleineren Flöße, die auf den Rheinzuflüssen wie dem Neckar den Rhein erreichten, wurden an der Mündung in den Rhein zu riesigen Flößen zusammengebunden, die bis zu 400 m lang und 80 m breit waren.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Neckarflößerei ihren Höhepunkt, jährlich fuhren rund 150 Flöße den Neckar entlang. Die Konkurrenz der Eisenbahn machte das Flößen im ausgehenden 19. Jahrhundert jedoch unwirtschaftlich und so fuhr 1899 das letzte Floß neckarabwärts. Seit 2014 ist die Flößerei immaterielles Kulturerbe in Deutschland.

 

 

Vom Ideengeber zum 1. Ehrenmitglied - Eckart Frahm einstimmig gewählt

Bericht der MGV vom 18.03.2017

 

Beim Förderverein Heimat und Kultur Börstingen e.V. standen dieses Jahr die turnusmäßigen Wahlen des Vorstands an. Der Vorstand und der Ausschuss wurden einstimmig wieder gewählt und nahmen die Wahl gerne an.

Die erste Vorsitzende, Dr. Monika Laufenberg gab einen Überblick über die Veranstaltungen des letzten Geschäftsjahres:

Im April folgte der Verein einer Einladung von Baron Rassler auf die Weitenburg zu einer Schlossbesichtigung. Der Hausherr zeigte geschichtliche und kunsthistorische Details und erläuterte deren Bedeutung auch für die lokale Geschichte. Im August beteiligte sich der Förderverein bei den vom Schwäbischen Tagblatt und der Buchhandlung Osiander veranstalteten Gutenachtgeschichten, viele Zuhörer genossen die Qualität des Gebotenen und das schöne Wetter. Viele interessierte Besucher kamen ebenfalls im Rahmen des „Neckar-Erlebnis-Tages“ zur Veranstaltung mit dem Titel „Zur Geschichte und Herkunft der Kohlensäure im Schwäbischen Sauerland“. Für die Besucher wurde u. a. eine Blindverkostung verschiedenster regionaler Mineralwässer angeboten. Die Gewinner wurden mit Preisen belohnt. Anfang Oktober fand das schon traditionelle „Schaumosten“ statt. Von der Möglichkeit, Most selbst pressen und dann auch noch mitnehmen zu können, wurde von Alt und Jung fleißig Gebrauch gemacht. Ebenfalls im Oktober wurden die beiden Sitzbänke am Laurenbrünnle, die von der Raiffeisen-Bank Horb gestiftet wurden, feierlich eingeweiht. Stellvertretend für die Raiffeisen-Bank war Herr Hellstern und für die Gemeinde Herr BM Noé anwesend. M. Laufenberg dankte allen Beteiligten, vor allem den ehrenamtlichen Helfern, die den Brunnentrog aufwändig restaurierten und den Firmen, die das Material zur Verfügung gestellt haben.

Die Planungen für das neue Geschäftsjahr sehen eine Ausstellung im Museum zum Thema „Flößerei“ sowie eine Ausstellung zum Thema „Starzach wächst zusammen“ vor. Mitte Juli wird Eckart Frahm zum Thema: „Die Kultur als Entwicklungsfaktor im ländlichen Raum“ sprechen. Am 24.09.17 ist wieder Zeit für den Baden-Württemberg-weiten „Neckaraktionstag“ an dem Mitglieder des Museums Führungen zu den Stellfallen anbieten und diese historische Landnutzungsform erklären werden. Ebenfalls an diesem Tag wird anlässlich des „Neckar-Erlebnis-Tal-Tags“ wieder eine spannende Veranstaltung zur Kohlensäure stattfinden.

Im Rahmen der bewährten Kooperation „Die Kultur im Dorf lassen“ wird es im Winter eine Vorlesung zum Thema „Kaffee und Kultur“ im Gasthaus Lamm geben.

Für seine langjährigen und vielfältigen Verdienste für den Förderverein Heimat und Kultur in Börstingen e. V. sowie das Dorfmuseum „Kulturtankstelle“  wurde an diesem Abend Eckart Frahm einstimmig zum 1. Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Die Vorsitzende würdigte den Geehrten und überreichte ihm die Ehrenurkunde mit einem herzlichen Dank.

Dr. Monika Laufenberg dankt zum Abschluss der Sitzung allen Mitgliedern, Gästen, Freunden und Förderern des Vereins für die beständige Leistungsbereitschaft und hob das große ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder hervor, die eine kontinuierliche Kulturarbeit auf dem Lande nun schon seit 12 Jahren ermöglichen.